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Depot data
Gast data
Werkkomplex zum Glück
     
 

Gehe den Weg von hier nach dort und denke beim Gehen mit den Händen

touchwalks
sind Spaziergänge im Stadtraum zur haptischen Wahrnehmung durch aktives Erfassen von Oberflächen, Größen, Masen, Konturen, etc.

touchwalks sind individuell, experimentell, manipulativ und aktivieren den Tastsinn.

touchwalks sind kombinieren Berühren und Gehen – wie und wie wird etwas berührt, was bleibt zurück von der Empfindung, gibt es neue Erfahrungen, entstehen Kontakte?

Details unter www.touchwalks.com





TRACKCKING 1-2-3-4

data | Auftrag für parasitäre* Gastarbeit @ BBLACKBOXX & ARTACHMENT / BASEL

TRACK 1: Sun. 31 January, 1-5 p.m.
1.1 LET’S WALK! Start: 1 p.m. (sharp) @ BBLACKBOXX
1.2 LET’S TRACK THE TRACES @ ARTACHMENT (with Marroni & Punsch by ERIC)

Sat. 30 January, 1-5 p.m.
OPEN WORKSHOP @ BBLACKBOXX

TRACK 2: 13/14 February
TRACK 3:
20/21 February
TRACK 4:
27/28 February
 
– Project space BBLACKBOXX: Freiburgerstrasse 36, 4057 Basel (www.bblackboxx.ch/)
– Exhibition space ARTACHMENT: Hochbergerstrasse 160, 4057 Basel (www.artachment.com/)

TRACK us via facebook: www.facebook.com/pages/ARTACHMENT/


The 4 WALKS we are undertaking along the BASEL border triangle ”Dreiländereck“ are surrounding issues such as BORDER CROSSING, LOCALISATION, APPROPRIATION and ORAL HISTORY. The routes and marks are determined collectively with inhabitants of reception center Bässlergut, neighbours or other interested persons and are based on their individual narratives…

On the 4 SUNDAYS we will meet at 1 P.M. at project space BBLACKBOXX. From there we WALK to exhibition space ARTACHMENT each time along an individual route (Duration: 90-120 min.). @ ARTACHMENT we will track the traces.
4x snack & drinks will be offered by a special guest!

On the respective SATURDAYS from 1-5 P.M. we are developing individual MAPS during an open WORKSHOP at BBLACKBOXX. INPUTS are welcome!


HOW TO REACH US:
BBLACKBOXX: from Basel Badischer Bhf.: Bus BVB 36 > Lange Erlen (Kleinhüningen) + 10 min. walk
ARTACHMENT: from Basel SBB: Tram BVB 8 > Kleinhüningen

SCHEDULE BVB
MAP




























hau DER LOHNENDE TAUSCH
Dokumentation

»hau DER LOHNENDE TAUSCH«
Eine Feldforschung von data | Auftrag für parasitäre* Gastarbeit
im Rahmen von »FeldForschung vol. 3 – Glück gehabt«, kuratiert von Béatrice Bader
Projektdauer: 3.2012–12.2013
Ausstellung: Schloss Buchegg, Kyburg-Buchegg (SO): 1.9.–6.10.2013

»hau DER LOHNENDE TAUSCH« rechnet mit Zeit. Durch das Ausfüllen eines Fragebogens wird eine Tausch-Handlung angestossen, der jenseits von globalen Finanzmärkten und intransparenten virtuellen Geflechten wachsen kann. Eine Stunde Arbeit ist eine Stunde ist eine Stunde ist eine Stunde… : Mit der Wertschätzung eines zeitlichen Aufwandes wird dem eigenen Dasein Sorge getragen, welches schliesslich in seiner Endlichkeit mit eben dieser Zeit rechnet. Nicht nur Arbeit gegen Arbeit, nicht nur Ware gegen Ware tauschen, sondern vielmehr den Wert von Zeit aktiv verhandeln ist Ziel unserer rund einjähringen künstlerischen Feldforschung in der Region Bucheggberg bei Solothurn (Schweiz). »hau DER LOHNENDE TAUSCH« rechnet mit Zeit und Anwesenheit. Das Wort »hau« beschreibt das Herzstück dieses Tauschs: den Wert einer geschenkten Sache, der mit jedem Aus–Tausch erneuert, erhalten und geschätzt wird. »hau DER LOHNENDE TAUSCH« rechnet mit Zeit und Anwesenheit und Dialog.

hau - Standorte KomplizInnen
hau - Fotos
hau - Dokumentation
FeldForschung - Projekt
Presse - Kunstbulletin


Kuratorisches Statement von Béatrice Bader zu »FeldForschung vol. 3 – Glück gehabt«:
Glück gehabt? Fragen nach dem Glück und dessen Kehrseite scheinen allgegenwärtig, Glücksforschung ist zu einem eigentlichen Forschungsthema geworden. Blosse Konsumwut in kapitalistischen Zeiten löst ebenso wenig das Versprechen auf anhaltendes Glück wie die unablässige Jagd nach demselben. Vielleicht aber findet sich das Glück am kleinen unbestimmten Ort – in der Natur, der Kontemplation, im Tätigsein. Angesichts der Komplexität unserer Gesellschaften werden politische, soziale, gesellschaftliche Spannungsfelder um Gewinnmargen, Produktionsbedingungen, gegenseitige Rücksichtnahme und bewusstem Umgang mit natürlichen Ressourcen permanent öffentlich verhandelt. Das Kunstprojekt FeldForschung nimmt sich diesem Diskurs an mit dem Versuch, mittels künstlerischem Forschungstrieb neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die künstlerische Praxis der zehn beteiligten Künstlerpositionen untersucht auf sehr unterschiedliche Weise Fragestellungen zu historischen, gesellschaftlichen und politischen Phänomenen der REgion Bucheggberg im Kanton Solothurn. FeldForschung fragt nach ästhetischen Formaten um innerhalb solcher Konfliktfelder neue Handlungs- und Denkräume zu eröffnen. Welches sind die Strategien, Verfahren, Bedingungen und Prozesse der Kunstproduktion unter dem Einbezug der Gegend und ihren Bewohnern?








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data | Auftrag für parasitäre* Gastarbeit ist ein Theorie- und Kunstprojekt
und betreibt Ermittlungen über das hartnäckig-formidable und kreative Potential des Parasitären Prinzips.
Das Parasitäre Prinzip (PP) bezeichnet die von data entwickelte und praktizierte Arbeitsweise und dient als Werkzeug
eines künstlerisch-theoretischen Intervenierens in gegenwärtige Kontexte.

Depot data | Zürich und Depot data | Basel sind reale Orte,
an welchen das Material geschaffen und gelagert wird.
Gast data
transportiert die Arbeiten von data in eine ortsspezifische Öffentlichkeit.
menuedata
ist die ortfreie leere Karte des Worldwideweb und
verzeichnet und veröffentlicht sämtliche Arbeiten und Aufrufe.

*  transdisziplinäre verführende ambivalente poetische kritische groteske hartnäckige formidable theoretische konfrontierende mitspeisende randständige …

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Was ist das Parasitäre Prinzip?

1. Um einen Anfang zu setzen: Wir befinden uns in einer vorgegebenen Situation, die in unserem Umfeld stattfindet. Neben der Menge von Dingen, die um uns herum und täglich geschehen, gibt es eine Situation, auf die wir aufmerksam werden. Sozusagen eine Para-Situation, mit der wir uns konfrontiert sehen, da sie anders als gewohnt in Erscheinung tritt. Wir nehmen das andere wahr, doch im Dickicht der Ereignisse und Normen läuft es Gefahr, dass man es aus den Augen verliert. Die Dinge gehen ihren Gang, die Situation ist längst Ereignis, vielleicht schreibt sie sich in die Erinnerung fest.

Eine Form der Protokollierung von Situationen und der Navigation in diesem Ereignismeer, ist der Gebrauch der leeren Karte(*1). Ihrer topographischen Anordnung nach, ist die leere Karte funktionslos, schließlich - ihr Name sagt es bereits - ist sie leer. Ebenso sind die außenstehenden Koordinaten nicht bestimmten Punkten zugeordnet, sondern verweisen auf vage, ungewisse Bereiche. Aufgrund dieser topographischen Ungebundenheit entsteht ein Freiraum für Handlungsmöglichkeiten, ein Spielraum des Blicks und eine Freiheit des Navigierens.

Paradoxerweise bietet die Karte dennoch eine Orientierungshilfe. Aber nicht eine an bestehenden Koordinaten und Systemen, sondern vielmehr eine Leitplanke für Erfahrungen und Vermögen zur Unterscheidung. Dadurch, daß die Leere keinen bekannten Wert enthält, ist der Benutzer zwangsläufig ein Fremder im System und nimmt die Dinge um sich herum mit einem fremden Blick wahr. Zur Orientierung ist eine distinktive Methodik notwendig.
Das Parasitäre Prinzip orientiert sich anhand der leeren Karte.

2. Wir nennen die Methode das groteske Werkzeug. Das Groteske bezeichnet etwas Randständiges, etwas, das sich nicht im Inneren der kulturellen Formation bewegt, sondern den Rahmen dieser Kultur beschreibt. Das Groteske beschreibt die Darstellung des zugleich Monströs-Grausigen und Komischen, des gesteigert Grauenvollen, welches gleichzeitig lächerlich erscheint. Der groteske Stil ist dadurch gekennzeichnet, daß er scheinbar Unvereinbares verbindet. Diese ambivalenten Marginalien aufzuspüren und ins Zentrum des Interesses zu rücken, ist die Aufgabe des grotesken Werkzeugs. Mit dem auf diese Weise herbeigeführten Vermögen zu Unterscheiden, ist es möglich, mit dem Sinnbild der leeren Karte die bestehende kulturelle Ordnung kritisch zu reflektieren.
Das Parasitäre Prinzip konstruiert seine Anfänge aufgrund fremder und ambivalenter Randerscheinungen innerhalb des näheren gesellschaftlichen Umfelds.

3. Nun setzt die produktive Phase ein. Ist das Thema gefunden, tritt das zweite Werkzeug in Kraft: das poetische Werkzeug. Das Wort "poiesis", in seinem Ursprung verwendet, bezeichnet Machen, Verfertigen und steht für ein freies Schöpfertum. Das poetische Werkzeug hebt die klare Trennung von gesicherten Fakten und ungesicherten Fiktionen auf: Faktische Information und fiktive Erzählung beginnen sich zu vermischen. In diesem sich neu formierenden Konstrukt entsteht die Grundlage für den Imaginationsraum, ein flexibles gedankliches Gebilde, das den Blickwinkel auf die eigene Lebenswelt, auf Identität, Heimat, Alltag und Landschaft verschiebt. Für das Parasitäre Prinzip stellt der Imaginationsraum einen immateriellen Mehrwert dar.

Das Parasitäre Prinzip hebt die Trennung von Fakt und Fiktion zugunsten des Imaginationsraums und des daraus resultierenden immateriellen Mehrwerts auf. Das poetische Werkzeug leitet den schöpferischen Prozess ein, und die anfängliche Idee wird in eine Gestalt transformiert. Das ästhetische Medium ist frei wählbar und nicht im Vorfeld definiert. Es kann ein Buch sein oder ein Text, eine Ausstellung oder ein Bild, Installation oder Performation, ... Entscheidend ist, daß mit dem Akt des Transformierens ein Handeln einsetzt, welches nach Außen in Erscheinung tritt. Die Handlung verdeutlicht das kritische Reflektieren einer kulturellen Erscheinung. Das Auftauchen des Parasitären Prinzips durch die Handlung gebiert wiederum eine neue Para-Situation, die ein Kippmoment zwischen Verführung und Ekel erzeugen kann.

Das Auftauchen wird schließlich als Markierung in der leeren Karte verzeichnet, wodurch es einen Ort der Erinnerung erhält. Der neu kartographierte Raum der leeren Karte wird zum poetischen Raum. Das Kartographieren bietet eine Möglichkeit der individuellen Welterfahrung und füllt die mit Fakten versehene Leere mit Erzählungen, mit privatem Raum.
Die Arbeitsweise des Parasitären Prinzips generiert ästhetisches Handeln und kann ein Kippmoment zwischen Anziehung und Abstoßung auslösen.

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*1  Die Geschichte der leeren Karte beruht auf der Erzählung Hunting of the Snark von Lewis Carroll (1876). Hier wird von einer Ozeankarte ohne jede Eintragung berichtet. Allein der Untertitel OCEAN CHART und die Worte NORD, OST, WEST, LÄNGE, BREITE, ÄQUATOR, HEISSE ZONE, SÜDPOL, TAG- UND NACHTGLEICHE, usw., die den Rahmen außerhalb der eigentlichen Karte beschreiben, lassen die Leere im Innern zur Kartographie werden. Auch die üblichen Angaben zu MAßSTAB IN MEILEN lassen keine Konkretion in der Vermessung des Ozeans zu, da sich die Angaben auf die Punktfolge … . ... beschränken. Die Mannschaft des Kapitäns, der diese Karte als Navigationshilfe mit an Bord brachte, war überglücklich mit dieser Leere; konnte doch selbst der einfachste Seemann diese Karte verstehen. Die perfekte und absolute Leere wird gefeiert und als neu und unkonventionell begrüßt, bricht sie doch mit den alten Konventionen der ozeanographischen Vermessung. Nicht Orientierung wird hier angestrebt, sondern Ortlosigkeit. Ozean als Ozean, und der Kapitän verlässt sich nur auf ein Zeichen, um seine Glocke zu läuten. Ein Geräusch, das in der trostlosen Weite des Meeres lediglich eine akustische Spur der Anwesenheit hinterlässt… Trotz der vermeintlichen Unsinnigkeit dieser Karte, kommt sie doch der Erfahrung auf dem Meer näher als jede noch so genaue Kartographie. Mitten auf dem Meer sind Längen- und Breitengrade, Küstenstreifen und Inseln vage Vermutungen und Karten bleiben wissenschaftliche Abstraktionen auf höchstem Niveau. Das Gefühl der beeindruckenden Einsamkeit angesichts der grenzenlosen Weite wird in Carrolls Karte wunderbar eingefangen und vermittelt. Die Karte ist ein Sinnbild, ein Erfahrungsbild für die subjektiv erfahrbare Oberfläche. Frei von aller Beschriftung kann sie neu beschrieben und mit Zeichen versehen werden und bietet somit die Möglichkeit der individuellen Welterfahrung.
vgl. Michael Glasmeier, Leere – Erfahrung – Poesie; S.77; in: Paolo Bianchi/Sabine Folie (hrsg.), Atlas Mapping; Wien: Turia+Kant, 1997