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Werkkomplex zum Glück
     
 


* 11) _06/2019  WAS WILL DAS PARASITÄRE PRINZIP:
Eine koordinatenlose leere Karte ist dem Parasitären Prinzip Navigation und Spielfeld.
Ein befreiendes Lachen als Indikator für den Bruch im Prozess weckt seinen Spieltrieb.
An solchen Kippmomenten orientiert sich das Parasitäre Prinzip.

*10) _05/2019  WAS WILL DAS PARASITÄRE PRINZIP:
Das Parasitäre Prinzip untersucht die Wertschätzung von Arbeit.
Um Fragen nach Care-Arbeit, Be-Lohnung und Selbstermächtigung
aufzuwerfen und zu reflektieren, schafft das Parasitäre Prinzip
kooperative Handlungsfelder.

*9_04/2019   WAS WILL DAS PARASITÄRE PRINZIP:
Das Parasitäre Prinzip betreibt Ermittlungen.
Es setzt sich in Beziehungen.
Die ermittelten Abstände eröffnen den Blick auf das Entfernte:
Wer Umwege geht, wird ortskundig.


data | Auftrag für parasitäre* Gastarbeit
hat sein 16. Arbeitsjahr erreicht und denkt an dieser Stelle
von August 2018 bis Juli 2019 monatlich über das Parasitäre Prinzip nach.

data | Mission on para-sitic* guestwork has reached its 16th year of labour.
On this occasion, we do monthly reflections on the Parasitic Principle.
To be continued until July 2019.

*8_03/2019   WAS WILL DAS PARASITÄRE PRINZIP:
Das Produkt des Parasitären Prinzips ist der künstlerische Prozess.
Die ergebnisoffenen Prozesse finden in sozialen Räumen statt.

*7_02/2019   WAS WILL DAS PARASITÄRE PRINZIP:
Das Parasitäre Prinzip folgt dem dokumentarischen »Aufsammel-Impuls«:
Was an der Realität ist realistisch?

*6_01/2019   WAS WILL DAS PARASITÄRE PRINZIP:
Dem Parasitären Prinzip ist Zeugenschaft eine Komplizin und eine
Form der Übersetzung. Um Zeugnisse sicherzustellen, nimmt
das Parasitäre Prinzip die »Spur des Anderen« auf und setzt darin seine Anfänge.

*5_12/2018   WAS WILL DAS PARASITÄRE PRINZIP:
Das Parasitäre Prinzip basiert auf einem symbiotischen Grundsatz,
der den Wirten und die Gesamtheit der ihn besiedelnden Gäste als Einheit begreift.
Mithilfe dieser Abhängigkeiten fordert das Parasitäre Prinzip aus sozialem Gefüge,
Organisation von Orten und Partizipation ein konfliktreiches Setting heraus.

*4_11/2018   WAS WILL DAS PARASITÄRE PRINZIP:
The Para-site Principle is a tool for UN-LEARNING.
We engage on the brink of knowledge and expertise.
The Para-site Principle is a tool for RE-ENACTING memories.

*3_10/2018   WAS WILL DAS PARASITÄRE PRINZIP:
Das Parasitäre Prinzip ist ein ästhetisches Praxiswerkzeug.
Sein Handeln ist multiperspektivisch und seine Rahmung die Wirklichkeit.
Das Parasitäre Prinzip setzt Anfänge, versammelt und involviert Öffentlichkeiten.
Dennoch ist es nicht repräsentativ und kennt keine Absicht.


*2_09/2018   WAS WILL DAS PARASITÄRE PRINZIP:
Wir sind Gastarbeiterinnen und verteidigen die Freiheit unseres Auftrags,
der nicht gefallen und niemandem dienen muss.

*1_08/2018   WAS WILL DAS PARASITÄRE PRINZIP:
Wir sind keine Parasiten. Wir sind Kommensalen. Kommensalen sind in der Ökologie probiotische Mitesser,
die sich den Nahrungsüberschüssen artfremder Organismen bedienen.
In der interspezifischen Wechselbeziehung sind sie
gleichberechtigte Tischgenossen (Kommensalismus von lat. Mensa / dt. Tisch).




«Il est onze heures quinze»

Installation: Cyanotypie auf Aquarellpapier, Tuch, Audiofile (ca. 2’50)
mit den Stimmen von: Catherine Burky, Laurent Comtesse, Solune Muriset,
Thao Muriset, Nicole Pidoux, Corinne Rosset, Maeva Rosset, Loïse Seoane,
Liliane Tonacini, Tanja Trampe.

5.5.–30.06.2019 // space out, une vitrine pour l’art, by Maeva Rosset //
rue du jura 5, 1530 Payerne, 0797977487 // www.maevarosset.com/spaceout


In seinem Roman «Un juif pour l’exemple», der «Geschichte eines sinnlosen Todes als Memento und Lehrstück über menschliche Bestialität» (Nagel & Kimche 2009) rollt der Schriftsteller Jacques Chessex ein Ereignis auf, das sich 67 Jahre zuvor in Payerne zugetragen hatte. Es bildet das Zentrum unserer ortsbezogenen Recherche.  

Am 16.4.1942, dem Tag des Viehmarkts, wurde der jüdische Viehhändler Arthur Bloch von den Ortsansässigen Ballotte, Joss und den Brüdern Marmier vom Marktplatz in einen Stall an der Rue à Thomas 9 gelockt und dort wie ein Vieh geschlachtet und in Stücke zerlegt. Acht Tage später wurden drei Milchkübel mit den Leichenteilen des Opfers aus dem Neuenburgersee geborgen. Die vier Handlanger folgten dem Befehl ihres Anführers Fernand Ischi, den Auftrag erteilte der hitlertreue Pastor Philippe Lugrin, ein Wortführer der Nazi-Partei «Nationale Bewegung der Schweiz». Bei der Festnahme bekannte sich Ischi als Antisemit und verriet seine Handlanger. Die fünf Täter wurden sogleich zu langen Haftstrafen verurteilt, deren antisemitisches Motiv hatten die Behörden jedoch unterschlagen. Obwohl bereits in den 1970er-Jahren in journalistischen Berichten thematisiert, reagierte das Parlament in Payerne erst nach Chessex' öffentlichem Vorwurf der «Bagatellisierung» 2009 mit einer Gedenk-Resolution an die antisemitische Tat. «J'imagine Payerne aux mains d'un garagiste botté. (...) La croix gammée flotte sur l'abbatiale. (...) Le petit marchand de benzine devient Eichmann, ses acolytes dirigent l'épuration.» (Jacques Chessex)   Unsere Haltung gegen das kollektive Vergessen ist der individuelle Blick zurück nach vorn – Walter Benjamins Motiv des rückwärts in die Zukunft fliegenden Engels der Geschichte. Unser Handeln verhandelbar halten, erscheint uns heute dringlicher denn je. Einblicke in diese Ambivalenz, in die Kluft zwischen Affekt und Gewissheit, eröffnet das neunte Kapitel des Romans.  

Um uns unbekannten Orten anzunähern, greifen wir die Technik des Umherschweifens des Situationisten Guy Debord auf. Bei dem Konzept handelt es sich um ein unbestimmtes Durcheilen der Umgebung. Es beruht unlösbar auf der subjektiven Wahrnehmung einzelner situativer Effekte. Die so entstehende affirmative und spielerisch-konstruktive Psychogeografie steht in Opposition zu planbaren Orientierungshilfen im öffentlichen Raum.  

Auf das erste Umherschweifen folgte die konkrete Ortsbegehung, wofür wir das Potenzial von Guillaume Pilets Vernissage-Gästen im Space out anzapften. Spontane Arrangements und gemeinsame Handlungen sind für die Feldforschung des Parasitären Prinzips unverzichtbar. Der Spaziergang vom 17.3.2019 führte uns zu den drei zentralen Schauplätzen der Tat vom 16.4.1942: der Garage Ischi am Place Général Guisan, dem Marktplatz in der Rue de la Concorde sowie zum Stall in der Rue à Thomas 9. Beim gemeinsamen Gehen vermengten sich unsere Ermittlungen und die individuellen Erfahrungen der Ortskundigen. Um die Vielstimmigkeit hörbar zu machen, lasen wir in der Rue à Thomas 9, dem Ort, an dem Arthur Bloch ermordet und wie ein Vieh zerlegt wurde, gemeinsam Chessex’ neuntes Kapitel: «Il est onze heures quinze (…)». Jede dieser zehn individuellen Stimmen ist Teil der Audio-Installation vor der Vitrine.  

Die Rue à Thomas 9 ist heute ein Neubau für betreutes Wohnen. Auf die Kennzeichnung des Tatorts wurde auch nach der Umwandlung des Grundstücks verzichtet. Um nach 77 Jahren den bagatellisierten Antisemitismus mit seinem Ort zu kontextualisieren, zeigen wir diesen anhand von drei Fotografien so wie er uns heute begegnet: banal. Der vorenthaltenen Erinnerung setzen wir eine bewusst monotone Erscheinung entgegen. Bei dem manuellen Belichtungsverfahren der Cyanotypie bestimmt die Kraft des Sonnenlichts die Konditionen der Bildherstellung. Die Unvorhersehbarkeit der Sichtbarmachung gibt uns die Gewissheit, dass unser heutiges Handeln in der Zukunft verhandelbar bleibt. Der sogenannte Blaudruck gehört seit 2018 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.






























((data-current: January18))

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data | Aufttrag für parasitäre* Gastarbeit wishes everybody a fullfilling 2018!






















WHAT'S COOKING? A re-arrangement | Eine Um-ordnung (on collaboration and parasitic strategies)
Fr. 5. Mai (18:00/6 pm) bis So. 7. Mai 2017 (nonstop)
Fr. 12. Mai (18:00/ 6 pm) bis So. 14. Mai 2017 (nonstop)
Haus zur Glocke, Seestrasse 91, CH-8266 Steckborn
www.hauszurglocke.ch

Dokumentation/Blog:
whatscooking2017site.wordpress.com

Ein kuratorisches Format organisiert von / a curatorial formation organized by
data | Auftrag für parasitäre* Gastarbeit,
www.menuedata.net
Eine Nonstop-Versammlung mit Beiträgen von / A nonstop gathering with contributions by:

WHAT‘S COOKING? 1:

Jso Maeder, Matthias Meindl, Maya Minder & Serena Gadaleta, Stefanie Knobel &
Angela Wittwer, Maria Pomiansky, Christian Selig, Yota Tsotra, Judit Villiger.
WHAT‘S COOKING? 2:

Bettina Diel, Mo Diener & RJSaK, Simon Ledergerber, Maria Pomiansky,
Stefan M. Seydel, Alexander Tuchaček, Judit Villiger, Anne Käthi Wehrli.

WHAT‘S COOKING? ist eine seriell angelegte, kuratorische Um–ordnung. Die offene 50-Std.-
Nonstop-Versammlung richtet sich auf spekulative, diskursive und transdisziplinäre Prozesse.
WHAT‘S COOKING? zielt auf aktives, individuelles Involvement, relationale Strategien und
mögliche Kollaborationen und versteht das Unvorhersehbare als seine Bedingung.
WHAT‘S COOKING? fordert zum gleichzeitigen Produzieren, Präsentieren, Reflektieren und
Kollaborieren auf und versammelt diesmal 16 Positionen aus den Feldern bildende Kunst,
künstlerischer Aktivismus, Theorie sowie des Kuratierens.
WHAT‘S COOKING? experimentiert mit alternativen kuratorischen Ordnungen mittels Gesten
der Überstürzung, Übertretung und Übertreibung.
WHAT‘S COOKING? beginnt zu einem bestimmten Zeitpunkt und endet zu einem unbestimmten.
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WHAT‘S COOKING? is a series of curatorial re-arrangements. Built as an open 50-hours nonstop gathering,
it focuses on speculative, discoursive and transdisciplinary processes.
WHAT‘S COOKING? aims for active individual involvement, relational strategies, possible collaborations,
and understands the unforeseeable as its prerequisite.
WHAT‘S COOKING? calls for simultaneous production, presentation, reflection and collaboration and is
this time featuring 16 positions ranging from fine arts, artistic activism, theory and curating.
WHAT‘S COOKING? is experimenting with alternative curatorial orders fueled by gestures of
precipitancy, transgression, and exaggeration.
WHAT‘S COOKING? starts at a certain point in time but its end is undefined.







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data | Auftrag für parasitäre* Gastarbeit bewegt sich in Theorien und Praxen der Kunst
und betreibt Ermittlungen über das hartnäckig-formidable und kreative Potential des Parasitären Prinzips.

Das Parasitäre Prinzip (PP) umschreibt und reflektiert die von data | Auftrag für parasitäre* Gastarbeit praktizierte, kontextbezogene Arbeitsweise und dient ebenso als Werkzeug der
Theorie sowie der künstlerischen und kuratorischen Intervention.

Depot data | Zürich resp. Depot data | Basel sind feste Standorte, an welchen Material angelegt, Ideen verfolgt und Erzeugnisse dokumentiert werden.
Gast data sind Interventionen, die meist ortsspezifisch und in sozialen Kontexten stattfinden.
menuedata ist die koordinatenlose, leere Karte, mit deren Hilfe das, was data | Auftrag für parasitäre* Gastarbeit produziert, geordnet, verzeichnet und veröffentlicht wird.

*  aktuell 7.2018–7.2019): Reflexionen über das Parasitäre als Arbeitsweise. Jeden Monat veröffentlichen wir in den sozialen Medien ein Statement als Kalenderblatt.